Gutenberg Editor: Machen Sie nicht den Fehler und unterschätzen das neue WordPress Update

Gutenberg Editor: Machen Sie nicht den Fehler und unterschätzen das neue WordPress Update

Gutenberg Editor: Machen Sie nicht den Fehler und unterschätzen das neue WordPress Update

Es ist derzeit das heißeste Thema in der WordPress Welt und die bedeutendste Veränderung seit langem. Die WordPress-Version 5.0 steht in den Startlöchern und bringt den neuen Editor Gutenberg mit. Während einige Benutzer die Änderungen mit offenen Armen begrüßen, sind andere eher skeptisch. Daneben gibt es noch eine weitere große Gruppe von WordPress-Nutzern: Nämlich diejenigen, die noch gar nicht mitbekommen haben, was auf Sie zukommt.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen alles, was Sie als WordPress-Nutzer über Gutenberg wissen müssen:

  • Gutenberg: Aufbruch in eine neue WordPress Ära
  • Warum kommt Gutenberg überhaupt?
  • Den Gutenberg Editor entdecken: Die 3 wichtigsten Veränderungen
  • Die wichtigsten Vor- und Nachteile des neuen WordPress Editors
  • Fazit

Gutenberg: Aufbruch in eine neue WordPress Ära

Mit Gutenberg bricht sowas wie eine neue Ära in der Geschichte von WordPress an. Der neue Editor ist dabei erst der Anfang von etwas viel Größerem. Er ist quasi der Grundstein für eine unglaublich spannende Entwicklung, eine Entwicklung die in drei Stufen erfolgen wird.

Der Gutenberg Editor ist die erste Phase, in dessen Rahmen WordPress einen neu entwickelten Editor bekommt. Danach, in der zweiten Phase, konzentriert sich das Projekt auf Seitenvorlagen und in der Endphase, der dritten Phase, wird Gutenberg zu einem vollständigen Seiten Customizer ausgebaut. In einem ersten Schritt, haben wir es allerdings erst einmal nur mit der Umgestaltung des Editors zu tun. Deswegen konzentriere ich mich in diesem Blog auch erst einmal nur auf diesen.

Gutenberg Content Blocks

Warum kommt Gutenberg überhaupt?

Bevor ich den Gutenberg Editor genauer vorstelle, möchte ich noch kurz aus meiner Sicht auf die Gründe und Intentionen von WordPress eingehen.

In den vergangenen Jahren hat WordPress zahlreiche neue Wettbewerber hinzubekommen, die insbesondere für Einsteiger sehr einfache Editier- und strukturierte Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Ich meine z. B. professionelle Redaktionssysteme wie Woodwing, die teilweisen diesen Weg gehen, oder auch einfache Editor-Tools wie das von Mailchimp. Schon jetzt ermöglichen diese Tools eine auffallend simple und damit sehr nutzerfreundliche Erstellung von strukturierten Inhalten.

Mailchimp Editor

Diese effiziente Erstellung von strukturierten Inhalten ermöglicht es Nutzern Inhalte in kurzer Zeit auf vielen Kanälen (mit verschiedenen Anforderungen!) zu distribuieren. Genau diese Anforderungen sind es, in denen WordPress bisher hinterherhing. Denn WordPress’ Kerngeschäft, das einmalige Bauen von Webseiten und Blogs, steht schon lange nicht mehr im Fokus.

Auf diese Marktveränderungen musste WordPress reagieren. Es war quasi nur noch eine Frage der Zeit. Der Gutenberg-Editor läutet diese eben diese Reaktion jetzt ein. Schlussendlich erhofft sich WordPress durch diese umfassende, strategische Neuausrichtung also eine Verteidigung und Stärkung des eigenen Marktanteils.

Den Gutenberg Editor entdecken: Die 3 wichtigsten Veränderungen

Kurz gesagt, der Gutenberg Editor ändert nichts an der bekannten Funktionsweise von WordPress. Es verändert jedoch ungemein die Art und Weise, wie Nutzer Inhalte erstellen.

Der neue Editor wird den aktuellen, in die Jahre gekommen, tinyMCE Editor ersetzen. Mit zahlreichen innovativen Funktionen vereinfacht er die Erstellung und Bearbeitung von Inhalten für den durchschnittlichen, nicht-technischen Benutzer enorm. Wie macht er das? Der Gutenberg Editor ist ein echter WYSIWYG Editor, der wie eine Art Drag-and-Drop Builder auf Basis von Content Blöcken funktioniert.

Gutenberg Editor: Classic vs. New

Im Moment ist der Gutenberg Editor noch ein WordPress-Plugin, mit dem Sie den neuen Editor im Vorfeld testen können. Im Zuge des Updates auf die WordPress-Version 5.0 (Momentan in der Release Candidate Phase: Release-Termin wird in Kürze festgelegt) wird Gutenberg dann auch offiziell als Standard Editor im WordPress Core eingesetzt.

Im Folgenden stelle ich Ihnen die 3 wichtigsten Veränderungen des Gutenberg Editors vor, sodass Sie sich ein genaueres eigenes Bild machen können

WordPress 5.0 Leadership Team

1. Einfachheit durch Blöcke

„Der Editor wird eine neue Erfahrung des Erstellens und Kreieren von Seiten und Beiträgen schaffen, was das Schreiben von reichhaltigen Beiträgen mühelos macht. Und er hat Blöcke, um das einfacher zu machen, was heute mit Shortcodes, individuellem HTML oder sonstigem eingebundenen „HokusPokus“ Zeugs zu tun hat.“

Matt MullenwegMatt Mullenweg, Initiator und Leitender Entwickler von WordPress

Das bekannte Textfenster verschwindet und alle Beitragselemente von der Überschrift über den Fließtext bis hin zu den Bildern, Videos, etc. werden zu einzelnen Content Blöcken. Diese Content Blöcke werden bald anstelle einer ganzen Reihe von Shortcodes und Meta-Boxen verwendet werden.

Ein Beitrag besteht in Zukunft also aus einer Reihe von Blöcken mit unterschiedlichen Funktionen, die man beliebig per Drag & Drop positionieren kann. Da Sie jeden Block einzeln anfassen und verschieben können, wird das Identifizieren von Elementen und das Platzieren auf der Seite wesentlich einfacher. Außerdem können Blöcke nach eigenen Vorstellungen erstellt, verändert und gespeichert werden.

Wie wäre es z. B. mit einer kompletten Galerie, in der Sie nur noch die Bilder einfügen müssen? Oder eine mehrspaltige Artikelvorlage mit tollem Layout für Ihre Blogbeiträge? Gutenberg ist damit heute schon weitaus flexibler als der alte Editor und bietet mehr Konfigurationsmöglichkeiten für Ihre Inhalte.

Purple Image Gallery

2. Technische Flexibilität

In diesem Abschnitt möchte ich kurz auf die Möglichkeiten der anpassungsfähigen Erstellung von eigenen Blöcken sowie die enormen Vorteile der klaren Trennung von Inhalt und Layout eingehen.

Worauf basiert die Beliebtheit von WordPress? Auf den Punkt gebracht: Simple Bedienbarkeit und Open Source. Dadurch, dass WordPress einfach zu bedienen und für alle frei nutzbar ist, zieht es eine riesige Community mit zahlreichen Entwicklern an, die an dem stetig wachsenden Ökosystem arbeiten. Gerade deswegen hat die Plattform für jedes Problem eine Lösung parat und es lässt sich nahezu jede Webanwendung anschließen.

So flexibel anpassbar und einfach WordPress im Allgemeinen auch ist, der alte tinyMCE Editor ist es nicht. Es gibt zwar einige Hooks und es können Metaboxen hinzugefügt werden, der tinyMCE Editor selbst ist aber sehr statisch. Ganz anders der Gutenberg-Editor. Durch die Verwendungen von Content-Blöcken in Gutenberg kann jetzt endlich auch der Editor-Bereich dynamisch erweitert werden. So haben wir beispielsweise für unsere Purple DS® Kunden eine swipebare Bildergalerie für Web und App erstellt. Das alles wird ermöglicht, weil die volle Kontrolle über alle einzelnen Blöcke bei den Nutzern liegt.

Gutenberg Flexible Content Blocks

Also wie ist das technisch genau möglich? Der Gutenberg Editor wurde auf Basis von JavaScript und ReactJS (was mit Sicherheit einige Entwickler Herzen höherschlagen lässt) entwickelt. Möglich wurde dies durch WordPress REST API. Das großartige daran: Mit ReactJS Kenntnissen kann jetzt jeder eigene Content-Blöcke erstellen und so den Editor an eigene Bedürfnisse oder die der Kunden anpassen.

Ein aus meiner Sicht ganz wichtiger Schritt ist die klare Trennung von Inhalt und Layout. Wieso das so wichtig ist? Es ermöglicht und vereinfacht ungemein die Weiterverwendung der erstellten Inhalte für andere digitale Kanäle. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

3. Modernes Publizieren

Sie haben nun schon erfahren inwiefern Content-Blöcke sowie die Möglichkeit, diese flexible anzupassen Ihnen helfen können Ihre Inhalte schneller und effizienter zu erstellen. Im nächsten Abschnitt lernen Sie zwei weitere Dinge. Erstens, was modernes Publizieren ist und zweitens, welche Rolle der neue Gutenberg-Editor dabei spielt.

Nun, was ist modernes Publizieren? Das Web hat sich seit der Einführung des mittlerweile in die Jahre gekommenen alten tinyMCE Editors rasend schnell weiterentwickelt. Mittlerweile enthalten Webinhalte weitaus mehr als nur Text und Bilder. Der alte tinyMCE Editor ist mit den zahlreichen verschiedenen Elementen schon länger hoffnungslos überfordert und nicht mehr zeitgemäß.

So können Buttons, Spalten, Formulare und andere Layout-Elemente beim tinyMCE Editor in der Regel nur mit komplizierten Shortcodes eingefügt werden. Der alte Editor reicht so für viele Nutzer nicht mehr aus, eben weil er die Ansprüche an modernes Publizieren nicht erfüllt.

Neben den zahlreich hinzugekommenen Elementen, hat sich die Art und Weise mit Inhalten umzugehen drastisch geändert. Schon seit Jahren werden neben der Website andere Kanäle immer wichtiger. Stichwort Multichannel Publishing. Das heißt Sie erstellen Ihren Inhalt an einem zentralen Ort (Hub) und können diesen mit wenigen Klicks auf all Ihren Plattformen publizieren. Mögliche Plattformen sind z. B. Ihre Social Media Profile auf Facebook, LinkedIn und Twitter, Ihr Blog oder Ihre Website.

Social Media Networks

Das alles funktioniert reibungslos mit wenigen Klicks und ohne, dass Sie den Inhalt zeitaufwendig auf jeder Plattform einzeln einbetten müssen. So sparen Sie jede Menge wertvolle Zeit ein und können mit weniger Aufwand Ihre Kanäle regelmäßig mit Inhalten bespielen. Das ist einer der gravierenden Vorteile vom neuen Gutenberg-Editor.

Darüber hinaus wird schnell deutlich, wie sehr WordPress mit dem neuen Editor versucht hat eine weitestgehend ablenkungsfreie Umgebung zu schaffen. Einer Umgebung in dem das Hauptaugenmerk auf dem intuitiven Schreiben und regelmäßige publizieren von Inhalten liegt. Ein weiterer Pluspunkt: Gutenberg bietet viel freie Fläche. Vor allem auf kleineren Bildschirmen. Deswegen wird Gutenberg gerade für Leute, die auf Laptops schreiben eine großartige Änderung darstellen.

Die wichtigsten Vor- und Nachteile des neuen WordPress Editors

Gutenberg ist nur noch wenige Tage von der Veröffentlichung entfernt. Ich habe schon einmal die größten Vor- und Nachteile für Sie zusammengefasst.

Vorteile:

  • Echter WYSIWYG-Editor, der sehr intuitiv und einfach zu bedienen ist
  • Technische Kenntnisse sind nicht erforderlich
  • Klare Trennung von Layout und Inhalt ermöglicht einfache Distribution der Inhalte auf andere Kanäle
  • Entwickler können mit ReactJS Kenntnissen kundenspezifische und wiederverwendbare Content-Blöcke erstellen
  • Mit CSS kann jeder bestehende Content-Blöcke anpassen
  • Simple aufgeräumte Oberfläche sorgt für wenig Ablenkung beim Erstellen von Inhalten
  • Sehr gute Funktionalität und Nutzererlebnis für schnelle Änderungen auf dem Smartphone
  • Wechseln von Themes wird deutlich vereinfacht
Gutenberg Editor Smartphone

Nachteile:

  • Besonders am Anfang können noch Bugs und Probleme auftreten (z. B. Responsivität)
  • Unterstützung für Metaboxen ist noch eingeschränkt, WordPress arbeitet allerdings schon an einer Lösung
  • Potenzielle Problemquelle ist die Abwärtskompatibilität von Gutenberg mit Themes und Plug-ins (Das wird sich mit der Zeit allerdings mit Sicherheit legen)

Fazit

Es lohnt sich kaum, um den heißen Brei herumzureden: Gutenberg kommt und Gutenberg ist die Zukunft. Wir bereiten uns darauf vor und das sollten Sie auch. Nach einer sehr kurzen Eingewöhnungsphase werden wir eine viel schlankere, intuitivere Umgebung mit vielen tollen neuen Möglichkeiten erhalten.

Selbstredend brauchen so umfangreiche Verbesserungen immer Zeit und vom Start weg läuft selten alles perfekt. Dennoch: Wir finden Gutenberg ist eine Neuerung an der kein Weg vorbeiführt. Der neue Editor ergänzt WordPress um ein komplett neues Nutzererlebnis und überzeugt durch Flexibilität. So können Nutzer ihre Inhalte einfacher erstellen und viel effektiver kontinuierlich publizieren.

Wir finden die Vision, die WordPress mit Gutenberg hat äußerst spannend. So spannend, dass wir unsere eigene Vision von Purple DS® mit Gutenberg entwickelt haben. Ich verrate nur so viel: Multichannel Publishing. Mehr dazu folgt bald. Es bleibt spannend, versprochen.

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