E-Paper, KI, Eigenständigkeit: Was die BDZV-Trendumfrage 2026 für Verlage wirklich bedeutet
Die BDZV/Highberg-Trendumfrage erscheint 2026 zum zwölften Mal. Und ist diesmal besonders aussagekräftig. Erstmals seit 2019 basiert die Studie wieder ausschließlich auf Rückmeldungen der Geschäftsführungsebene. 94 Verlagshäuser haben teilgenommen, ein Anstieg von 71% gegenüber dem Vorjahr. Das macht die Ergebnisse zu einer konzentrierten Sicht auf strategische Prioritäten und Entscheidungslogiken der Branche.


Die Studie identifiziert drei Top-Trends für 2026: Print Softlanding als Fundament der Zukunftsstrategie, Konsolidierung und Zusammenarbeit als Strukturantwort auf den Kostendruck sowie KI als Effizienzhebel in der Umsetzungsphase. 62% der Geschäftsführer blicken optimistisch auf die wirtschaftliche Lage, 56% fühlen sich gut auf die digitale Transformation vorbereitet. Gleichzeitig rechnen 59% mit dem Ende der gedruckten Zeitung innerhalb der nächsten 15 Jahre. Die Branche steckt also nicht in der Krise, aber in einer kritischen Phase, in der jede strategische Entscheidung zählt.
Bei Purple beobachten wir diese Entwicklungen seit 19 Jahren in der Branche und darüber hinaus. Täglich, in der Zusammenarbeit mit Verlagen jeder Größe. Deshalb ordnen wir die zentralen Ergebnisse ein: faktenbasiert, praxisnah und mit einem Blick auf das, was daraus folgt.
Kapitel 1: E-Paper. Vom Übergang zum Ziel
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Was die Studie zeigt
77% der befragten Verlage nennen das Wachstum durch digitale Abo-Erlöse beim E-Paper als größte Chance der nächsten zwölf Monate, deutlich vor KI-Effizienzgewinnen (52%) und Plus-Abo-Wachstum (51%). Der erwartete Zuwachs bei den E-Paper-Vertriebserlösen liegt bei +21%.
Noch eindrucksvoller ist die prognostizierte Entwicklung bis 2030: Der E-Paper-Abo-Anteil soll von heute 22% auf 40% steigen, nahezu eine Verdopplung. Print sinkt im selben Zeitraum von 59% auf 35%. Die Studie selbst bringt es auf den Punkt: „Das E-Paper ist der Transformationsanker. Es verbindet Zahlungsbereitschaft, Produktlogik aus Print und digitale Skalierbarkeit."
Warum das für Verlage zählt
E-Paper ist nicht mehr die Notlösung für Print-Gewohnheitskäufer, sondern das strategische Kernprodukt der nächsten fünf Jahre. Wer sein E-Paper-Angebot heute nicht konsequent ausbaut, verliert die wichtigste Wachstumskurve im Vertriebsmix.
In der Praxis sehen wir das bestätigt. reiff medien hat fünf separate Einzel-Apps in eine moderne Multi-Titel E-Paper-App konsolidiert, inklusive Splitscreen-Funktion, XML-Artikelimport und consent-freiem Analytics. Das Ergebnis: 40% mehr E-Paper-Abos in nur zwei Jahren, bei null Minuten Nachbearbeitungsaufwand pro Ausgabe. Michael Lehmann, Verlagsleiter bei reiff medien, spricht von einer Kombination aus technischer Stabilität, innovativen Features und kontinuierlicher Weiterentwicklung.
Auch bei Galledia Regionalmedien in der Ostschweiz zeigt sich das Potenzial. Als die Frühzustellung in einem Zustellgebiet wegfiel, wurde die E-Paper-App zur zentralen Alternative. Seit dem Launch stiegen die E-Paper-Abo-Verkäufe deutlich, die Leserreaktionen waren durchweg positiv, so Martin Oswald, Leiter Sparte Regionalmedien. Das passt exakt zur Trendumfrage: 36% der Verlage geben an, die klassische Printaktualität nicht mehr aufrechterhalten zu können. Die frühe Information wandert ins Digitale.
Kapitel 2: KI. Vom Piloten in die Systemarchitektur
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Was die Studie zeigt
97% der Verlage sind überzeugt, dass KI positive Effekte erzielen wird, vor allem in Effizienz, Qualität und Kostensenkung. 2026 gilt dabei als Umsetzungsjahr: KI wird systematisch ausgerollt, automatisiert und organisatorisch verankert. Ein Verlag formuliert es in der Studie so: „KI ist bei uns kein Projekt mehr, sondern Teil der Systemarchitektur."
Auf die Frage, in welchem Unternehmensbereich KI den stärksten Einfluss haben wird, steht die Redaktion auf Platz 1. Die erwarteten Einsparungen liegen dort bei durchschnittlich 8,9% innerhalb der nächsten zwölf Monate, in der Verwaltung sogar bei 9,3%. Zweistellige Einsparungen werden zwar vereinzelt erwartet, bleiben aber klar die Minderheit.
Wo der Unterschied entsteht
Der Unterschied zwischen Verlagen, die KI testen, und solchen, die sie integrieren, wird 2026 messbar. Die Redaktion ist der natürliche Startpunkt, denn dort liegen die meisten Prozesse, Ressourcen und Wiederholungsaufgaben.
In unseren gemeinsamen Webinaren mit a&f systems zeigen wir regelmäßig, wie KI heute produktiv in Redaktionen eingesetzt wird. Der Schlüssel liegt darin, Prompts und KI-Funktionen direkt in den redaktionellen Workflow einzubetten. Als Bestandteil des CMS, nicht als Insellösung. Purple verfolgt dabei den Ansatz, dass Prompts Teil des Redaktionsprozesses sein sollten: bei der Content-Erstellung, der automatischen Verschlagwortung, der SEO-Optimierung und der Artikelgenerierung.
Im Webinar „KI 2.0 im Redaktionsalltag" wurde das anhand konkreter Use Cases demonstriert, vom One-Click-Article bis zur automatisierten Seitenproduktion. Die Erkenntnis deckt sich mit der Studie: Die größten Effizienzgewinne entstehen laut Trendumfrage „im Kopf, nicht im Maschinenraum", also im redaktionellen Kerngeschäft.
Benjamin Kolb, CEO von Purple, bringt es im Webinar mit a&f systems auf den Punkt: „Wir tun alles dafür, dass die Arbeit in den Redaktionen, die nötig ist, um digitale Kanäle zu bespielen, möglichst automatisiert wird. Damit wieder mehr Raum für relevanten Content vor Ort entsteht."
Kapitel 3: Konsolidierung. Eigenständigkeit braucht die richtige Basis
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Was die Studie zeigt
Der Konsolidierungsdruck nimmt zu. Der Markt bewegt sich klar in Richtung weniger, größerer Gruppen. Strukturelle Kosten- und Technologietreiber lassen kaum Alternativen. Gleichzeitig sichern sich kleinere und mittlere Verlage ihre Eigenständigkeit durch Kooperationen in Technologie, Mantel und Logistik.
Ein Verlag bringt es auf den Punkt: „Kleine, agile Verlage können überleben, wenn sie sinnvolle Kooperationen eingehen, in die digitale Transformation investieren und nah am Kunden sind."
Dabei steigen die Technologiekosten laut Studie in den nächsten drei Jahren um 10%, getrieben durch KI-Investitionen, die kurzfristig als wesentliche Kostentreiber wirken.
Worauf es ankommt
Eigenständigkeit entsteht nicht durch Sparen, sondern durch die richtige Infrastruktur. Kooperation bedeutet auch: sich Technologie teilen, statt sie selbst zu bauen.
Gerade bei CMS, E-Paper-Plattformen und Analytics liegt ein zentraler Hebel für Skaleneffekte. Wenn mehrere Titel oder Kooperationspartner auf derselben Plattform arbeiten, sinken Betriebskosten und der administrative Aufwand wird gebündelt. Das reiff-medien-Beispiel zeigt diesen Effekt auf Verlagsebene: Fünf separate Apps wurden in eine Multi-Titel-Lösung konsolidiert. Updates nur noch einmal statt fünfmal, Store-Listings nur noch einmal gepflegt.
Im Kontext des Publishing Circle von a&f systems und Purple wird dieser modulare Ansatz bereits gelebt: Verlage wählen die Bausteine, die zu ihren Anforderungen passen, von der Themenplanung über die KI-gestützte Content-Erstellung bis zur Ausspielung in digitale Kanäle und Print. Ohne sich in starre Systeme einkaufen zu müssen.
Kapitel 4: Plattformabhängigkeit. Direkte Leserbindung als Antwort
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Was die Studie zeigt
45% der Verlage geben an, stark oder existenziell abhängig von Big-Tech-generiertem Traffic zu sein. 66% erwarten im Jahr 2026 messbare Reichweitenverluste durch Googles AI-Overview, gegenüber 36%, die diese Verluste heute bereits spüren. 85% der betroffenen Verlage schätzen den Rückgang auf bis zu 25%.
Die strategische Antwort laut Studie ist klar formuliert: „Weg von Traffic, hin zu Kundenbeziehungen."
Was daraus folgt
Reichweite, die auf Plattform-Algorithmen basiert, ist kein Geschäftsmodell. E-Paper- und Plus-Abos sind der strukturelle Gegenentwurf: direkte, bezahlte, plattformunabhängige Leserbeziehungen.
E-Paper-Leser sind loyal, die Zahlungsbereitschaft ist hoch und die Kundenbindung deutlich stärker als bei reinem Online-Traffic. Im Gegensatz zu webbasiertem Paid Content hängt der Erfolg eines E-Paper-Abos nicht von Suchmaschinen-Rankings ab. Wer heute in eine starke E-Paper-Strategie investiert, baut sich genau die direkte Kundenbeziehung auf, die laut Trendumfrage die Zukunft der Branche sichern soll.
Fazit
Die BDZV-Trendumfrage 2026 beschreibt eine machbare Transformation, vorausgesetzt, die Grundlagen stimmen. E-Paper ist kein Übergangprodukt, sondern der zentrale Wachstumshebel. KI entfaltet ihre Wirkung nicht als Experiment, sondern als Teil der Systemarchitektur. Und Eigenständigkeit entsteht durch die richtige Infrastruktur, nicht durch Isolation.
Für uns bei Purple bestätigt die Studie, woran wir täglich arbeiten: Verlage mit Technologie auszustatten, die E-Paper-Wachstum, KI-Integration und effiziente Workflows auf einer Plattform vereint. Unabhängig von Verlagsgröße.
Wenn Sie herausfinden möchten, wie Ihr Verlag diese Hebel konkret aktivieren kann, sprechen Sie uns an.
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